Probleme mit dem Netzwerk und Fehlersuche

Wenn es mit Computern in einem Netzwerk nicht so gut und richtig funktioniert, dann können die Ursachen unterschiedlichster Natur sein. Dabei kann man die Ursachen in Hardware- und in Softwarebasierten Problemen unterteilen. Im folgenden gehen wir auf einige Ursachen ein und geben dabei nützliche Tipps zur Fehlerbehebung.

Hardware basierte Prüfungen

Befindet sich eine Netzwerkkarte im Computer

Es mag sich jetzt natürlich verrückt anhören, jedoch ist es schon vorgekommen, dass man im Computer gar keine Netzwerkkarte eingebaut hat oder diese gar nicht eingebaut wurde. Daher sollte man als erstes mal prüfen, ob sich überhaupt eine Netzwerkkarte im Computer befindet. Am einfachsten geht das wohl, wenn man auf die Rückseite des Computers sieht und nach einem Steckplatz für einen RJ45 Stecker sucht. Befindet sich ein solcher Steckplatz auf der Rückseite, sollte er auch das Symbol für ein Netzwerk tragen. Alternativ kann man natürlich auch den Computer aufmachen und nachsehen, ob sich überhaupt eine Netzwerkkarte im Computer befindet.

Sitzt die Netzwerkkarte auch fest im Steckplatz

Wenn es zu Problemen mit dem Netzwerk oder mit einer Netzwerkkarte kommt, kann es auch vorkommen, dass sich die Netzwerkkarte durch einen Transport oder durch einen kräftigen Ruck des Computers gelöst hat. In diesem Fall öffnet man den Computer, den man vorher ausgeschaltet hat, und überprüft die Netzwerkkarte dahingehend, ob diese auch fest im Steckplatz sitzt und nicht eventuell verkannt ist.

Ist die Netzwerkkarte mit dem Netzwerkkabel verbunden

Eine weitere Möglichkeit ist, dass das Netzwerkkabel erst gar nicht mit der Netzwerkkarte verbunden wurde. Das kommt häufig dann vor, wenn man mit dem Computer von einem Raum in den anderen oder in eine andere Räumlichkeit umgezogen ist. Im Eifer des Gefechts beim anschließen des Computers hat man dann einfach schlichtweg vergessen, das Netzwerkkabel auch mit der Netzwerkkarte zu verbinden. Es kann jedoch auch passieren, dass man beim Putzen an das Kabel gekommen ist und man so das Netzwerkkabel herausgezogen hat. Daher sollte man auch den Sitz des Netzwerkkabels in der Netzwerkkarte überprüfen.

Ist das Netzwerkkabel auch mit einem Router oder Switch verbunden

Ist das Netzwerkkabel mit der Netzwerkkarte verbunden, kann es weiterhin sein, dass das Netzwerkkabel nicht mit einem Router oder Switch, welche die verschiedenen Netzwerkressourcen miteinander verbinden, verbunden ist. In diesem Fall sollte man auch die Verbindung mit dem Router oder Switch überprüfen.

Leuchtet die Lampe an der Netzwerkkarte

Einem weiteren Aufschluss über die Funktionalität der Netzwerkkarte können die kleinen Lämpchen an der Netzwerkkarte selber geben. Leuchten diese auf, so ist die Netzwerkkarte aktiv und mit dem Netzwerk verbunden.

Leuchtet die Lampe am Router oder am Switch auf

Auch die Lämpchen am Router oder am Switch können, wie bei der Netzwerkkarte auch, Aufschluss darüber geben, ob die verschiedenen Netzwerkkomponenten ordnungsgemäß miteinander verbunden und ob diese auch aktiv sind.

 

Ist die Netzwerkkarte im BIOS deaktiviert

Leuchten die Lämpchen an der Netzwerkkarte nicht auf, so kann einer der obigen Fehler vorliegen oder die Netzwerkkarte ist für ihren Betrieb deaktiviert. Das kann dann häufig vorkommen, wenn sich die Netzwerkkarte auf dem Mainboard selber befindet. Im BIOS gibt es eine Einstellmöglichkeiten, die es ermöglicht, die Netzwerkkarte zu aktivieren oder zu deaktivieren. Aus diesem Grunde sollte man im BIOS einmal nachsehen, ob die Netzwerkkarte für den Betrieb auch aktiviert ist. Da es je nach BIOS Version und Hersteller andere Bezeichnungsmöglichkeiten für diese Einstellung gibt, gehen wir hier nicht näher darauf ein. Näheres zur Einstellung oder zur Aktivierung der Netzwerkkarte im BIOS findet man im Handbuch zum BIOS oder auf der Herstellerseite des BIOS selber.

Netzwerkkabel defekt oder falsches Netzwerkkabel

Wenn ein Netzwerk nicht ordnungsgemäß funktioniert, kann es natürlich auch an einem defekten oder einem falschen Kabel liegen. Ein falsches Kabel wäre z.B. dann, wenn man ein Crossover-Kabel verwendet und dieses mit einem Steckplatz auf einem Router oder Switch verbunden ist, welches keine automatische Erkennung unterstützt. Da in einen Crossover-Kabel zwei Kabeladern vertauscht sind, wird das Netzwerksignal nicht richtig übertragen und es kann keine Verbindung mit dem Netzwerk hergestellt werden.

Hat man eventuell den Verdacht, dass ein Netzwerkkabel defekt ist, dann sollte man es einfach gegen ein anderes austauschen. Funktioniert dann das Netzwerk, dann sollte man das defekte Kabel gleich entsorgen. So vermeidet man dann, dass man zu einem späteren Zeitpunkt aus Versehen das defekte Kabel wieder erwischt und es erneut zu Problemen führt.

Netzwerkkarte ist eventuell defekt

Sicherlich kann es natürlich auch sein, dass eine Netzwerkkarte defekt ist und deshalb nicht mehr ordnungsgemäß arbeitet. Bevor man jedoch nun eine neue Netzwerkkarte kauft und in den Computer einbaut, sollte man die nachfolgenden Schritte und Tipps einmal durchgehen, um einen sinnlosen Neukauf einer Netzwerkkarte zu vermeiden.

 

Software basierte Prüfungen

Sind die Treiber installiert und eingebunden

Als erstes sollte man unter Windows prüfen, ob die Netzwerkkarte überhaupt im Geräte-Manager von Windows  sichtbar ist oder eine Fehlerausgabe angezeigt wird. Dazu klickt man rechts auf das Arbeitsblattsymbol und wählt im Kontextmenü den Eintrag Eigenschaften aus. Es öffnet sich das Fenster Systemeigenschaften, indem man die Registerkarte Hardware auswählt. Direkt unter dem Feld Geräte-Manager findet man eine gleichnamige Schaltfläche auf die man klickt. Nun öffnet sich das Fenster Geräte-Manager, in welchem man nach dem Eintrag Netzwerkadapter sucht. Hier sollte die gewünschte Netzwerkkarte aufgelistet sein. Hat das Symbol der Netzwerkkarte beziehungsweise des Netzwerkadapters ein Ausrufezeichen oder ein X im Symbol, dann liegt eine Störung beim Treiber oder bei der Netzwerkkarte vor.

Hat man schlichtweg einfach nur vergessen die Treiber für die Netzwerkkarte zu installieren, dann sollte man dies jetzt nachholen. Hat man jedoch die Treiber für die Netzwerkkarte installiert und die Netzwerkkarte wird mit einem Ausrufezeichen dargestellt, dann kann es sein, dass der installierte Treiber nicht ordnungsgemäß arbeitet. In diesem Fall sollte man sich nach einem Update beim Hersteller im Internet umsehen und gegebenenfalls einen neueren Treiber installieren.

Ist die Netzwerkkarte unter Windows deaktiviert

Kann man nun alle oben genannten Punkte ausschließen und die Netzwerkkarte funktioniert immer noch nicht beziehungsweise die Lämpchen an der Rückseite der Netzwerkkarte leuchten nicht auf, kann es natürlich auch sein, dass die Netzwerkkarte unter Windows selber deaktiviert ist.

Um das nun zu überprüfen, klickt man einmal auf Start Einstellungen Netzwerkverbindungen. Es öffnet sich nun das Fenster Netzwerkverbindungen, indem alle zur Verfügung stehenden Netzwerkverbindungen unter Windows aufgelistet werden. Ist das Fenster nun geöffnet, klickt man in der Menüleiste auf Ansicht und anschließend auf Details. Nun erhält man im Fenster nähere Angaben über die verschiedenen Netzwerkverbindungen, wie zum Beispiel den Typ, den Status und den Gerätename. Steht bei der Netzwerkverbindung unter dem Feld Status Deaktiviert, so muss man die gewünschte Netzwerkverbindung erst aktivieren. Dazu klickt man mit der rechten Maustaste die entsprechende Netzwerkverbindung an und wählt anschließend im Kontextmenü den Eintrag Aktivieren. Nach einigen Sekunden zeigt Windows den geänderten Status der Netzwerkverbindung an. Dieser sollte nun auf Aktiviert stehen.

 

Die Lämpchen leuchten und Netzwerkkarte arbeitet aber das Netzwerkfunktioniert immer noch nicht

Hat man nun die Netzwerkkarte so weit gebracht, dass die Lämpchen auf der Rückseite leuchten und die Netzwerkkarte ordnungsgemäß mit dem Netzwerk verbunden ist, so hat man schon die halbe Miete eingefahren.

Allerdings kann es jedoch immer noch vorkommen, dass man keinen Zugriff auf das Netzwerk hat.

Befindet sich auch der Computer im selben Netzwerk wie die anderen Computer oder der Router

In vielen Fällen ist es einfach so, dass der Netzwerkadapter unter Windows falsch konfiguriert wurde. Um andere Computer in einem Netzwerk sehen zu können, müssen diese sich im gleichen Netzwerk befinden. Verwendet man zum Beispiel den IP- Adressraum 192.168.0.0, so müssen alle Computer eine IP-Adresse mit den ersten drei Zahlen wie 192.168.0. haben. Auch ist es wichtig, dass die Subnetzmaske für alle Computer und auch dem Router dieselbe ist. Als Beispiel wäre hier die Standardsubnetmaske 255.255.255.0. Weiterführende Artikel hierfür sind IP-Adresse bei Windows automatisch beziehen und IP-Adresse unter Windows manuell eingeben.

Kommt eine Verbindung auf der untersten Ebene zustande

Das Netzwerkprotokoll zur Verbindung mit dem Netzwerk beruht auf verschiedene Ebenen beziehungsweise Schichten, auf die wir hier nicht näher eingehen wollen. Wichtig dabei ist nur, ob eine Verbindung auf der untersten Ebene des Netzwerkes überhaupt zustande kommt.

Um eine Verbindung auf der untersten Ebene überprüfen und ob sich der Computer überhaupt mit einem anderen Computer oder einem Router im Netzwerk verbinden kann, pingt man diesen an.

Dazu klickt man auf Start Ausführen, cmd eingeben und die Entertaste drücken. Es öffnet sich nun die Konsole von Windows. Hier gibt man folgenden Befehl ein:
ping und die IP-Adresse eines Netzwerkcomputers oder eines Routers.

Als Beispiel ping 192.168.100.100 und im Anschluss die Entertaste betätigen.

Die anschließende Ausgabe sollte dann bei einer erfolgreichen Verbindung so aussehen:

Ping wird ausgeführt für 192.168.100.100 mit 32 Bytes Daten:

Antwort von 192.168.100.100: Bytes=32 Zeit<1ms TTL=128
Antwort von 192.168.100.100: Bytes=32 Zeit<1ms TTL=128
Antwort von 192.168.100.100: Bytes=32 Zeit<1ms TTL=128
Antwort von 192.168.100.100: Bytes=32 Zeit<1ms TTL=128

Ping-Statistik für 192.168.100.100:
Pakete: Gesendet = 4, Empfangen = 4, Verloren = 0 (0% Verlust),
Ca. Zeitangaben in Millisek.:
Minimum = 0ms, Maximum = 0ms, Mittelwert = 0ms

Ist es bei der Anfrage zu einem Fehler gekommen, sieht das Ganze in etwa so aus:

Ping wird ausgeführt für 192.168.100.100 mit 32 Bytes Daten:

Zeitüberschreitung der Anforderung.
Zeitüberschreitung der Anforderung.
Zeitüberschreitung der Anforderung.
Zeitüberschreitung der Anforderung.

Ping-Statistik für 192.168.100.100:
Pakete: Gesendet = 4, Empfangen = 0, Verloren = 4 (100% Verlust),

Wird die letztere Ausgabe ausgegeben, so ist bei irgendeinem vorgenannten Punkt etwas schief gelaufen. Daher sollte man diese noch einmal abarbeiten.

Wurde eine erfolgreiche Ausgabe gemeldet, so hat man den größten Teil der Prüfung hinter sich.

 

Wurde die Datei- und Druckerfreigabe für Microsoft-Netzwerke installiert und aktiviert

Damit sich Computer mit einem Windows Betriebssystem auch in einem Netzwerk sehen können, benötigen diese den Dienst für die Datei- und Druckerfreigabe für Microsoft Netzwerke. Mit diesem wird es erst ermöglicht, einen Zugriff auf Ressourcen in Microsoft Netzwerken zu erreichen. Daher sollte man überprüfen, ob dieser Dienst für den Netzwerkadapter auch installiert und aktiviert ist. Dazu klickt man auf Start Einstellungen Netzwerkverbindungen. Im Fenster Netzwerkverbindungen sucht man nach dem Adapter, der sich mit dem Netzwerk verbinden soll, klickt diesen mit der rechten Maustaste an und wählt im Kontextmenü den Eintrag Eigenschaften aus. Unter der Registerkarte Allgemein findet man den Punkt Diese Verbindung verwendet folgende Elemente.

Unter diesem Feld sollte nun ein Eintrag mit der Bezeichnung Datei- und Druckerfreigabe für Microsoft Netzwerke stehen. Ebenfalls sollte in dem Kästchen vor diesem Eintrag ein kleines Häkchen sein.

Ist dieser Punkt nicht vorhanden, so klickt man auf die Schaltfläche Installieren. Im anschließenden Fenster Netzwerkkomponente auswählen klickt man auf Dienst und dann auf die Schaltfläche Hinzufügen. Es werden einem nun die verschiedenen Möglichkeiten aufgelistet, die man installieren kann. Hier wählt man dann den Eintrag Datei- und Druckerfreigabe für Microsoft Netzwerke und klickt anschließend auf die Schaltfläche OK. Wichtig: für die Installation kann es unter Umständen notwendig sein, dass man die Windows CD in das CD-ROM Laufwerk einlegen muss.

Der Dienst Computerbrowser

Maßgeblich daran beteiligt, ob sich Computer in einem Netzwerk sehen können oder nicht, ist der Dienst Computerbrowser. Dieser muss gestartet sein, damit sich die verschiedenen Netzwerkcomputer untereinander sehen können. Um das zu überprüfen, klickt man mit der Rechten Maustaste auf das Arbeitsplatzsymbol auf dem Desktop und wählt anschließend im Kontextmenü den Eintrag Verwalten aus. Es öffnet sich nun die Computerverwaltung. Hier sucht man in der linken Fensterhälfte nach dem Punkt Dienste und Anwendungen, öffnet diesen durch einen Klick und klickt im Anschluss auf den Punkt Dienste. Im rechten Fenster findet man nun eine Übersicht der auf dem Betriebssystem zur Verfügung stehenden Dienste. Hier sucht man nach dem Eintrag Computerbrowser und überprüft dessen Status, ob dieser auch auf Gestartet steht. Der Dienst Computerbrowser sollte im Übrigen immer auf Automatisch stehen. Dies kann man überprüfen, indem man doppelt auf den Dienst klickt. Danach sollte sich das Fenster Eigenschaften von Computerbrowser öffnen. Unter der Registerkarte Allgemein findet man den Punkt Starttyp. Dieser sollte auf Automatisch gestellt sein. Falls nicht, sollte man diesen umstellen.

Damit sich Computer im Netzwerk sehen, muss auch was freigegeben sein

Damit sich Computer in einem Microsoft Netzwerken auch sehen können, muss man auf einem Computer auch etwas freigegeben haben. In der Regel übernimmt das Windows für einen bereits bei der Installation eines Netzwerkes automatisch. Standardfreigaben sind zum Beispiel Geplanter Tasks, Drucker und Fax-Geräte oder das Verzeichnis Gemeinsame Dateien. Hat man jedoch alle Freigaben auf einem Computer entfernt, kann es vorkommen, dass dieser Computer in einem Netzwerk nicht mehr gesehen werden kann. Aus diesem Grunde sollte man in einem Netzwerk einen Ordner freigeben und diesen gegebenenfalls nur mit Leserechten versehen. So kann man sicher sein, dass andere Netzwerknutzer den Inhalt des Ordners nicht ändern können.

Eine Firewall verhindert den Netzwerkzugriff

Hat man auf einem Computer eine Firewall installiert, so kann es vorkommen, dass diese Firewall jeglichen Netzwerkverkehr verhindert. Damit ist es dann nicht möglich, auf ein Netzwerk zu zugreifen oder andere Netzwerkressourcen und Netzwerkcomputer zu sehen. Daher sollte man bei einem solchen Fall die Einstellungen der Firewall überprüfen und gegebenenfalls dem neuen Netzwerk anpassen. Da sich von Hersteller zu Hersteller die Konfigurationsmöglichkeiten einer Firewall erheblich unterscheiden können, gehen wir hier nicht näher darauf ein. Näheres zur Konföderation der auf dem Computer installierten Firewall findet man im Handbuch oder in der Hilfedatei zur Firewall.

Nun sollte der Netzwerkzugriff funktionieren

Hat man alle Punkte abgearbeitet und alle Fehlerursachen behoben, sollte der Netzwerkzugriff funktionieren. Zum mindesten sollte man andere Netzwerkteilnehmer und andere Netzwerkcomputer sowie deren Arbeitsgruppen in der Netzwerkumgebung sehen. Kann man auf verschiedene Netzwerkcomputer nicht zugreifen, so liegt das zum Teil an der Konfiguration der Benutzerrechte der einzelnen Computer. Jedoch kommen noch weitere Faktoren in Frage, die wir jedoch in anderen Artikeln ausführlicher behandeln.
 

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